Ursachen von
muskulären Dysbalancen

Ungleichgewicht der Muskulatur

Muskelgleichgewicht der Rückenmuskulatur

Der menschliche Körper besteht aus mehr als 600 Muskeln, die ca. 40% des Körpergewichts ausmachen. Muskeln treten meist in Paaren auf, d.h. man hat den gleichen Muskel in beiden Körperhälften. Viele Muskeln arbeiten zusammen, um eine Bewegung auszuführen.

Der abgebildete Oberkörper zeigt gleichmäßig entwickelte, starke Muskeln. Leider ähneln in der Realität nur wenige Körper diesem Idealbild.

Eine muskuläre Dysbalance bedeutet, dass das feine Zusammenspiel der Muskeln aus der Balance, aus dem Gleichgewicht, gekommen ist.


Übungen zum Muskelaufbau

Einseitige Benutzung oder Training der Muskeln kann dazu führen, dass Muskeln unterschiedlich stark sind. Viele Sportarten benutzen nur bestimmte Muskelgruppen und vernachlässigen andere.

Dies gilt auch für gezielten Muskelaufbau durch Krafttraining. Keiner weiß genau, wie alle Muskeln zusammenarbeiten. Deshalb ist schnell ein Muskel mehr trainiert als seine „Mitarbeiter". Hat man z.B. intensiv seine Rückenmuskeln trainiert, aber ein Bauchmuskeltraining vernachlässigt, braucht man sich trotz aller sportlichen Anstrengung nicht über Rückenschmerzen zu wundern!

Sportarten, bei denen viele Muskelgruppen gleichzeitig beansprucht werden, sind geeigneter, um eine muskuläre Dysbalance zu vermeiden. Hierzu zählen unter anderem Wandern, Walken und Trampolinspringen.

Triggerpunkte - häufigste Ursache muskulärer Dysbalancen

Für die zu schwach ausgebildeten Muskeln müssen andere Muskeln einspringen, um eine Bewegung auszuführen. Im Laufe der Zeit werden diese durch diese Mehrarbeit überlastet, und es bilden sich Triggerpunkte, kleine Muskelknoten.

Dasselbe passiert, wenn eine muskuläre Dysbalance aufgrund einer angeborene Anomalie der Knochenstruktur entstanden ist. Hierzu zählen z.B. ein zu kurzes Bein, ein ungleichmäßig gewachsenes Becken, zu kurze Oberarme im Verhältnis zum Körper oder eine angeborene Wirbelsäulenverkrümmung.

Ebenso kommt es zu Problemen der muskulären Dysbalance, wenn ein Knochenbruch nicht hundertprozentig korrekt geheilt ist oder bei einem Unfall oder einer Operation Muskeln verletzt wurden.

Auch in diesen Fällen bilden sich als Konsequenz Triggerpunkte. Diese winzigen Muskelkontraktionen verkürzen einen Muskel dauerhaft.

Die so verkürzten Muskeln verursachen oder verstärken muskuläre Dysbalancen.

Sie können diesen Vorgang mit einem gespannten Seil vergleichen. Machen Sie einen Knoten hinein, wird das Seil kürzer. Es ist dann zu kurz, um seiner Funktion, die es im normalen Zustand erfüllen sollte, weiterhin nachzukommen.

Schmerzen der Rückenmuskulatur

Einen gesunden, leistungsfähigen Rücken hat man nur, wenn die Muskelbalance stimmt. Besonders hier macht es sich bemerkbar, wenn die Muskelpaare beider Körperhälften nicht gleichmäßig arbeiten, oder die Bauchmuskeln schwächer oder stärker als die Rückenmuskeln sind. Dies zieht außerdem eine ungünstige Belastungsverteilung der Gelenkstrukturen nach sich.

Die Folge solcher muskulären Dysbalancen sind Fehlbelastungen der Wirbel sowie der gesamten Wirbelsäule, eine vorzeitige Abnutzung der Gelenkknorpel, Überlastungen des Sehnen- und Bandapparates und Funktions- und Koordinationsstörungen. Muskuläre Dysbalancen können somit die Belastbarkeit des Bewegungsapparats einschränken und die allgemeine Leistungsfähigkeit herabsetzen.

Sichtbar wird eine unzureichende muskuläre Stabilisierung der Wirbelsäule durch Haltungsschäden, wie ein Hohlkreuz, Rundrücken oder Wirbelsäulenverkrümmung.

Dies bedeutet aber nicht, dass Rückenschmerzen in erster Linie von der Wirbelsäule, Bandscheiben oder überlasteten Sehnen oder Bändern kommen. Man hat beobachtet, dass es viele Menschen gibt, die auf dem Röntgenbild Wirbel- oder Bandscheibenauffälligkeiten zeigen, aber keine Rückenschmerzen haben.

Bei chronischen Rückenschmerzen befürchtet man oft das Schlimmste, wie Beschädigungen der Wirbel oder Bandscheiben, eingeklemmte Nerven oder Arthritis.

Triggerpunkt-Spezialisten haben jedoch herausgefunden, dass Triggerpunkte die häufigste Ursache (direkte oder indirekte) von Rückenleiden sind.

Wenn Triggerpunkte nicht direkt Schmerzen aussenden, dann können sie indirekt einen Muskel so stark anspannen, dass ein Wirbel verschoben wird, der wiederum einen Nerv einklemmen kann.

Die Lösung ist in beiden Fällen die Deaktivierung von Triggerpunkten.


Lesen Sie mehr über

die Folgen einer muskulären Dysbalance.




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