Fibromyalgie tender points

Fibromyalgie Syndrom oder Myofasziales Schmerzsyndrom?

Myalgie (griech.) ist der medizinische Fachausdruck von Muskelschmerz.

Muskelschmerzen sind ein typisches Symptom verschiedener Krankheitsbilder, unter die auch das Myofasziale Schmerzsyndrom und das Fibromyalgie Syndrom (veraltet Fibrositis oder fälschlich als Weichteilrheuma bezeichnet) eingeordnet werden.

Allerdings ergaben neuere Forschungen, dass Fibromyalgie (FMS) keine muskuläre Erkrankung ist, sondern eine Störung des zentralen Nervensystems.

Beide Syndrome haben sehr viele Symptome gemeinsam. Daher ist es wichtig, dass man sie gegeneinander abgrenzt, um die richtige Behandlung einleiten zu können.

Sowohl das Myofasziale Schmerzsyndrom als auch Fibromyalgie sind durch Punkte in den Muskeln gekennzeichnet, die diffuse Schmerzen am ganzen Körper verursachen können.

Tender Points <-> Trigger Points

Bei Fibromyalgie werden diese Punkte tender points und beim Myofaszialen Schmerzsyndrom Triggerpunkte (trigger points) genannt.

Da alle 18 typischen tender points dort liegen, wo auch Triggerpunkte vorkommen können, werden beide Bezeichnungen häufig miteinander verwechselt, wenn man von Fibromyalgie spricht.
Wenn jemand die schmerzhaften Punkte eines Fibromyalgiepatienten Triggerpunkte nennt, ist dies ein klares Zeichen, dass er sich auf dem Gebiet nicht auskennt!

Bei Wikipedia, der bekannten Online-Enzyklopädie, findet man unter dem Stichwort Fibromyalgie (Faser-Muskel-Schmerz) den Hinweis, dass unbedingt vor einer endgültigen Diagnose dieses Schmerzes zuerst ein Myofasziales Schmerzsyndrom ausgeschlossen werden muss!

Dr. Travell und Dr. Simons, die jahrzehntelang das Myofasziale Schmerzsyndrom erforscht haben, gehen in ihrem „Handbuch der Triggerpunkte“ auf den Unterschied dieser beiden Muskelschmerzen ein. Außerdem stellten sie fest, dass 68 – 100% aller Fibromyalgie-Patienten gleichzeitig mit Triggerpunkten diagnostiziert wurden.

Demnach würden also die meisten Menschen, die diffuse Schmerzen an den verschiedensten Stellen ihres Körpers verspüren, von einer Behandlung ihrer Triggerpunkte profitieren.

Leider gibt es nur wenige Ärzte, die sich sowohl mit dem Fibromyalgie Syndrom als auch mit dem Myofaszialen Schmerzsyndrom auskennen.

Sollten Sie niemanden finden, der auf beiden Gebieten kompetent ist, dann empfiehlt es sich, bevor Sie weitere kost- und zeitaufwendige Schritte unternehmen, wie z.B. eine Schmerztherapie, selbst Ihre trigger points zu suchen und festzustellen, ob diese auf eine Selbstbehandlung ansprechen.

Mein eBuch „Triggerpunkte - Die Lösung für Rückenschmerzen" ist zwar in erster Linie für Menschen mit Rückenschmerzen geschrieben, ist aber auch für diejenigen anwendbar, die mit Fibromyalgie diagnostiziert wurden bzw. bei denen keine Diagnose gestellt werden konnte.

Nachfolgend einige Unterscheidungskriterien zwischen

trigger points tender points
erhöhter Druck notwendig, um den Punkt zu fühlen Punkt so schmerzhaft, dass man ihn kaum berühren kann
durch Druck erzeuger Schmerz ist nicht dort, wo der Punkt ist durch Druck erzeugter Schmerz nur dort, wo der Punkt ist
der betroffene Muskel fühlt sich fest bzw. hart an der betroffene Muskel fühlt sich weich und teigig an
Punkt ist meist auf beiden Körperhälften nicht gleich schmerzhaft Punkt auf beiden Körperhälften gleich schmerzhaft
Durch Behandlung des Punktes verschwindet Schmerz. Es gibt keine Methode, um den Punkt zu behandeln.

Sie leiden wahrscheinlich unter einem Myofaszialen Schmerzsyndrom, wenn

  1. Sie zusätzlich zu Ihren Schmerzen zu Steifheit neigen, da Fibromyalgie-Patienten eher überdurchschnittlich gelenkig (hypermobil) sind.
  2. Sie irgendwann in Ihrem Leben einen Autounfall, einen schweren Sturz oder ein Nackentrauma hatten.
  3. sich Ihr Zustand verschlimmert. Die Symptome von Fibromyalgie bleiben nämlich gleich.


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